IVF / ICSI

IVF (In-vitro-Fertilisation):

Künstliche Befruchtung außerhalb des Körpers, bei der Sperma und Eier zusammengefügt werden
Wem wird IVF angeboten:

● Frauen, die 3-6 erfolglose Inseminationen hinter sich haben
● Frauen mit verstopften Eileitern
● Frauen mit einem Partner, dessen Spermaqualität verringert ist
● Jungen Frauen mit einem niedrigen AMH-Wert, niedriger als < 10 pmol

ICSI (intrazytoplasmatische Spermieninjektion, auch Mikroinsemination genannt):

Eine einzelne ausgewählte Spermienzelle wird in eine entfernte Eizelle injiziert
Wem wird ICSI angeboten:

● Frauen mit vorheriger IVF mit niedriger Befruchtungsrate <50%
● Frauen mit einem Partner mit sehr geringer Spermaqualität
● Frauen mit einem Partner, der sterilisiert wurde, hier muss das Sperma durch eine kleine Operation namens TESA (testikuläre Spermienaspiration) aus den Hoden entfernt werden.

IVF / ICSI-Protokoll:

Zu Beginn der Fruchtbarkeitsbehandlung mit IVF oder ICSI wirst du mit Hormonen behandelt, die den Eierstock stimulieren. Auf diese Weise entwickeln sich mehrere reife Eier anstelle von einem oder den beiden, die sich normalerweise in einem Zyklus entwickeln.
Die Klinik bietet eine kurze, milde Stimulation oder eine lange Stimulation an
Der Arzt wählt das beste Protokoll basierend auf dem bisherigen Verlauf, dem Hormonspiegel, dem Alter und anderen Faktoren, die eine Rolle spielen. Die meisten Frauen bekommen das kurze Protokoll zugeteilt.

Das kurze Protokoll:

Die Behandlung beginnt am 2.-3. Tag des Zyklus (normalerweise mit Spritzen), man stimuliert normalerweise bis zu 14 Tage
Leichte Stimulation: Hier erhältst du eine niedrige Stimulationsdosis, bei der bei der kein Heranreifen zusätzlicher Eier erwartet wird.

Wem wird das Kurzprotokoll angeboten:

● Frauen älter als > 42 Jahre
● Frauen mit niedrigem AMH, weniger als <5 pmol oder AFC <4
● Frauen, die 3-4 reguläre IVF-Behandlungen hinter sich haben
● Frauen, die eine niedrige Hormonstimulation wünschen

Das lange Protokoll:

Die Hormonproduktion der Frau wird durch Medikamente (entweder Nasenspray oder Spritzen für 2 Wochen vor Beginn der Stimulation) herunterreguliert, wonach die Stimulation der Follikelbildung für etwa 10 Tage mit dem Hormon FSH (mit Spritzen) gestartet wird.
Wem wird das lange Protokoll angeboten:

● Frauen, die mit kurzer / milder Stimulation kein positives Ergebnis erzielt haben
● Frauen mit Endometriose oder einer anderen autoimmunen Erkrankung

Entnahme der Eizellen (Follikelpunktion):

Wenn die Eibläschen eine bestimmte Größe haben, ist es an der Zeit, die Eizellentnahme zu planen. Mit einer Eisprung-auslösenden Injektion wird die endgültige Reifung der Eizellen gesteuert. Die Entnahme wird ungefähr 36 Stunden nach der Verabreichung der Auslösespritze durchgeführt, und wir empfehlen dir, dass du dich ab dem Vorabend in Kopenhagen befindest.
Die Entnahme der Eizellen findet unter lokaler Betäubung, die in der Scheide gesetzt wird, statt. Es kann eine Morphinart verabreicht werden, die schnell wirkt, den Körper aber auch schnell wieder verlässt, sodass du wieder ganz fit bist, wenn du die Klinik verlässt.
Unter Ultraschallsicht entnimmt der Arzt die Eizellen mit einer Nadel. Der Eingriff dauert nur ein paar Minuten und sollte nicht schmerzhaft sein. Etwas unangenehm ist es aber schon.
Du bleibst danach ungefähr eine Stunde bei uns in der Klinik, damit wir sichergehen können, dass es dir gut geht. Danach kannst du nach Hause oder zurück ins Hotel, aber du darfst nicht selbst Auto fahren.
In den ersten 24 Stunden nach dem Eingriff muss man mit Schmerzen und einer schwachen Blutung rechnen, aber dies sollte schnell abklingen. Du bekommst Schmerzmittel mit nach Hause.

Komplikationen:
Komplikationen können in Form von Blutungen oder Infektionen auftreten, das Risiko ist jedoch sehr gering und liegt unter <0,5%

Samenprobe:
An dem Tag, an dem die Eizellentnahme stattfindet, gibt der Mann in der Klinik eine Samenprobe ab. Bei der IVF werden pro entnommenem Ei 100.000 Spermien hinzugefügt, bei der ICSI wird eine einzelne Spermazelle direkt in die Eizelle eingeführt.
Am Tag nach der Eizellen-Entnahme werden wir dich über den Stand der Befruchtung informieren. Die Eier werden in einem Inkubator gezüchtet, der ein fortschrittliches „Brütungs“ -System ist, und es gibt viele verschiedene Charakteristika der Embryonen, die bestimmen, ob sie weiter gezüchtet werden und wann sie transferiert werden.
Der Arzt wird mit dir zusammen abmachen, wann der Transfer stattfindet, und zwar entweder am Tag 2, 3 oder 5 nach der Eizellen-Entnahme, abhängig von deinem Alter, deiner Eireserve und den Ergebnissen ab Tag 2.

Ei-Transfer:
Das Ei wird mit einem kleinen dünnen Katheter eingesetzt. Es dauert ein paar Minuten und ist normalerweise nicht schmerzhaft.
12-14 Tage nach der Platzierung kann der Schwangerschaftstest gemacht werden, und wir hoffen natürlich gemeinsam mit dir oder euch, dass er positiv ist.

Deine Chancen, schwanger zu werden, sind im Vergleich mit Inseminationen normalerweise verdoppelt und liegen bei Frauen unter 35 Jahren bei 45 bis 50%. Die Chance nimmt ab, je älter du wirst.